Historie

Am Anfang waren drei Nähmaschinen und ein Ballen Stoff.

Ist es Zufall, dass 1949 mit der Geburt seines ersten Sohnes Gerhard auch der erste eigene Stoffballen ins Leben des 25-jährigen Schneiders Friedrich Klotz Einzug hält? Und mit ihm kurz darauf drei Nähmaschinen, mit denen der junge Vater noch im Elternhaus in der Königswaldstraße 3 in Mömlingen die „Herren- und Damenkleiderfabrikation Friedrich Klotz“ gründet? Tatsache ist, dass bereits der erste Auftrag ganze 140 Mäntel umfasst, die in nur drei Wochen gefertigt werden.

Doch Friedrich hat mehr zu bieten – und genau das will er unter die Leute bringen. Er macht den Anfang, indem er Zettel mit der Aufschrift „Ich fertige alles, was es gibt.“ verteilt. Mit Erfolg. Schließlich lassen Lohnaufträge für Herrenanzüge nicht lange auf sich warten. So kann Friedrich bereits im Jahr 1951 eine eigene Werkstatt beziehen, seinen Betrieb 1953 erweitern und auch den Vertrieb in Rheinland Pfalz und Hessen aufnehmen.

Wie es sich entwickelte

1961 beginnt Friedrich mit dem Bau seiner Kleiderfabrik in der Odenwaldstraße 24. Hier schafft er auf 2000 m² nicht nur Platz für neue Maschinen und Bügelautomaten, sondern auch für Gemeinschaftsräume. Denn was Friedrich besonders am Herzen liegt, ist das Wohlergehen seiner Mitarbeiter. Kein Wunder also, dass hier wenige Jahre danach auch eine Betriebsküche mit angeschlossener Kantine ihren Dienst aufnehmen kann und schließlich eine betriebseigene Altersvorsorge aus der Taufe gehoben wird. Im Jahr 1964 erfolgt die Spezialisierung auf Herrenoberbekleidung – und damit auf Anzüge, Sakkos, Westen und Hosen.

Auch Friedrichs Sohn Wolfgang ist ab 1966 mit von der Partie. Die Nachfrage steigt, auch an Trachtenanzügen. Die Auslieferung erfolgt nun in größerem Stil – an Einzelhandel, Großhandel und Kaufhäuser in Deutschland und Holland.

Einige Zeit später steigen 1974 auch Friedrichs Söhne Gerhard und Richard in das Unternehmen ein, es folgt der großzügige Neubau mit 4000 m² Fläche, der jüngste Sohn Peter stößt schließlich im Jahr 1985 dazu. Damit arbeiten jetzt vier der fünf Söhne im Betrieb des Vaters mit.

Wie es weiterging

In den Jahren 1985 bis 1990 kämpft das Unternehmen mit den Auswirkungen der günstigeren Auslandsproduktionen von Mitbewerbern, zudem ebbt der Trachtenboom ab. Zeit für eine strategische Neuausrichtung – die „Klotz-Männer“ wenden sich mit ihrem hochwertigen Angebot nun verstärkt an den Einzel- und Fachhandel. Wenige Jahre später erhält auch Friedrichs soziales Engagement besondere Aufmerksamkeit:

Als verantwortungsvoller und menschlicher Arbeitgeber erhält er 1996 die Bundesverdienstmedaille. Im Jahr 2004 zieht sich der Firmengründer aus dem Unternehmen zurück, Sohn Peter ist nun Geschäftsführer. Am 24.03.2011 stirbt Friedrich Klotz im Alter von 87 Jahren.

Wie es heute ist

Ein von Gerhard Klotz in den Räumen der Kleiderfabrik angemietetes und bislang unter dem Namen Schildmann geführtes Ladengeschäft wird Mitte 2015 von Peter und Marianne Klotz übernommen und vergrößert. Die Brüder Richard, Peter und Gerhard pflegen im Außendienst den engen Kontakt zum Kunden.

Seit 2015 steht überdies neben Peter Klotz auch Geschäftsführer Robert Puster an der Spitze des Unternehmens, das mit seiner Herrenmode MADE IN GERMANY dem neuen Trend „Zurück zu den guten Dingen“ entspricht, ohne ein Trend zu sein. Die „guten Dinge“ von Klotz erfreuen sich inzwischen bei Kunden in ganz Europa großer Beliebtheit.